Freitag, 24. Oktober 2014

no 322

die tage gehen vorrüber
tag für tag vergeht. 
nur manchmal halte ich inne und bemerke 
oh, wieder freitag, dienstag oder 
oh, wieder wochenende. 

wo ist nur immer die zeit geblieben
?
bringt es der alltag mit sich, dass man so lebt, als würde man 
noch 200 Jahre leben?
steckt man so in routine?
ja. ja. ja.
einerseits benötigt, weil viel energie gespart wird mit bekannten unaufgeregten abläufen. 
andererseits beängstigend, wie schnell 24h vorbei sind, 
unwiederbringlich
weg, 
wiederholen - is nich. !!!





no 321


diese teufelchen.
zahlendreherteufelchen.
schleichen sich an - lautlos.
sind unbemerkt und ganz, ganz unauffällig.
erstmal.
dann aber
werden sie erkannt,
ui, ui, ui
dann kann es ein donnerwetter geben und
plötzlich ist kein stein mehr auf dem anderen,
ich meine keine zahl neben der anderen -
ach oder so ähnlich.



no 320

was ist das?
ich sitze an diesem bild und
fühle ruhe.
einfach guttuende ruhe.
und dazu fällt mir ein

silencio.
italienisch, obwohl ich gar kein italienisch kann.

dennoch in dem moment,
kommt dieses wort
dem gefühl von ruhe am
nächsten.
das spüre ich.

silencio - ein gefühl das anders ist als ruhe.



no 319

kraftvoll anpacken - mit power.
gedanken zum
tun bringen.
gedanken wahr werden
lassen.

probieren.

nicht zögern.

angestachelt von einer idee,
die dich umtreibt und dir keine
ruhe lässt.
die dich packt.
und
dann packst
du sie beim schopf und
bringst sie zur
wahrwerdung.



Montag, 20. Oktober 2014

tomaten I tomatentarte

kulleraugen.
als die kleinen tomaten in die ziegenkäsecreme eingetauscht sind, also nicht ganz freiwillig, ich musste ein wenig nachhelfen und sie sanft aber bestimmt hineindrücken, da hatte es den anschein als schauten zig tomaten von unten zu mir hinauf.
als wollten sie sagen: lass uns nun endlich in der wärme versinken, uns ist ein wenig kühl, denn du hast uns ja die haut abgezogen.
also habe ich sie flugs mit oregano bestreut, damit sie schon ein bisschen italienische wärme spüren, und dann gings in den backofen.
200 °C und dann gute 50 min lang.



nach dieser backofenhitze periode waren sie zufrieden und wohlig im käsesumpf eingebettet und haben sich nicht mehr gerührt. 
im gegenteil. sie sind sogar beim anschneiden an ort und stelle geblieben und ließen sich halbieren und drücken und essen. ja, das auch.

wie kommt man nun in den genuss?

der boden ist ein mürbeteig
aus 300 gr. mehl (1/3 vollkorn - 2/3 weizenmehl), 130 gr. butter, 50 gr. geriebener hartkäse (edamer oder gryerzer), 1 ei, 1 prise salz.

mache einen mürbeteig in dem du alles schnell miteinander verknetest und lege ihn dann in frischhaltefolie eingerollt in den kühlschrank. mindestens 1 stunde. 
danch nimmst du ein backpapier als unterlage und eines auf die kugel und wellst einen fladen aus. 
geht super. 
dann ab in die springform - reindrücken und passend machen. wenn der rand zu hoch ist einfach abreissen und auf den boden drücken. 
mit dem gäbelchen mehrmals einstechen und mit erbsen darauf - blindbacken 15 min. 
im 200 °C vorgeheizten ofen (ober-und unterhitze).
rausnehmen und leicht abkühlen lassen. 

derweil das bett für die tomaten richten:
ziegenfrischkäse 300 gr., 200 gr. saure sahne, ein paar eßl. olivenöl, zitronenabrieb von einer halben zitrone, pfeffer und salz, thymianblättchen für obenauf (ich nehme zusätzlich oregano. das ist der inbegriff für italienisches essen bei mir und lockt meine geschmacksnerven hinter jedem gebirge hervor).
alle zutaten miteinander verrühren und dann auf dem teil verteilen. 

dann die tomaten ins bett bringen. entweder fein säuberlich immer im ring herum einbetten oder wahllos einen platz wählen, der noch nicht belegt ist. phantasie ausleben. 
nochmal drüber pfeffern und kräuter darauf fallen lassen. 
in den ofen bei 25- 35 min. 
wenn die käsecreme einen ganz leichten gebräunten teint bekommt, dann ist die tarte fertig und die tomaten sind eingeschlafen.

erst wenn die stücke geschnitten sind und die tarte im mund verschwunden ist, dann wachen die tomaten auf und zeigen ihr ganzes aroma.


no 318

worte wählen und aussprechen.
nicht leicht. manchmal.
viel und üppig und überströmend. oftmals.

wortkarg sein oder
wortreich ausführen.

sprechen ist das eine.
aufschreiben das andere.
notiert ist so
so
bestimmt.
definitiv.
so gültig.

wird das geschriebene wort
sorgfältiger ausgewählt?

no 317

unendliche weiten.
ja ich weiss, das ist der eingangssatz von "raumschiff enterprise".
und diese worte bringen deine phantasie zum bersten.
unendlich.weiten.

beides so unvorstellbar und dennoch kann jeder
diese raum ausfüllen mit phantasien und träumen und
plänen und ich-möchte-so-gerne.

das hier ist
mein liebesbrief
an die unendlichen weiten.
ausschweifend und
kantig.
sehr nah und auch sehr fern.