Montag, 20. Oktober 2014

tomaten I tomatentarte

kulleraugen.
als die kleinen tomaten in die ziegenkäsecreme eingetauscht sind, also nicht ganz freiwillig, ich musste ein wenig nachhelfen und sie sanft aber bestimmt hineindrücken, da hatte es den anschein als schauten zig tomaten von unten zu mir hinauf.
als wollten sie sagen: lass uns nun endlich in der wärme versinken, uns ist ein wenig kühl, denn du hast uns ja die haut abgezogen.
also habe ich sie flugs mit oregano bestreut, damit sie schon ein bisschen italienische wärme spüren, und dann gings in den backofen.
200 °C und dann gute 50 min lang.



nach dieser backofenhitze periode waren sie zufrieden und wohlig im käsesumpf eingebettet und haben sich nicht mehr gerührt. 
im gegenteil. sie sind sogar beim anschneiden an ort und stelle geblieben und ließen sich halbieren und drücken und essen. ja, das auch.

wie kommt man nun in den genuss?

der boden ist ein mürbeteig
aus 300 gr. mehl (1/3 vollkorn - 2/3 weizenmehl), 130 gr. butter, 50 gr. geriebener hartkäse (edamer oder gryerzer), 1 ei, 1 prise salz.

mache einen mürbeteig in dem du alles schnell miteinander verknetest und lege ihn dann in frischhaltefolie eingerollt in den kühlschrank. mindestens 1 stunde. 
danch nimmst du ein backpapier als unterlage und eines auf die kugel und wellst einen fladen aus. 
geht super. 
dann ab in die springform - reindrücken und passend machen. wenn der rand zu hoch ist einfach abreissen und auf den boden drücken. 
mit dem gäbelchen mehrmals einstechen und mit erbsen darauf - blindbacken 15 min. 
im 200 °C vorgeheizten ofen (ober-und unterhitze).
rausnehmen und leicht abkühlen lassen. 

derweil das bett für die tomaten richten:
ziegenfrischkäse 300 gr., 200 gr. saure sahne, ein paar eßl. olivenöl, zitronenabrieb von einer halben zitrone, pfeffer und salz, thymianblättchen für obenauf (ich nehme zusätzlich oregano. das ist der inbegriff für italienisches essen bei mir und lockt meine geschmacksnerven hinter jedem gebirge hervor).
alle zutaten miteinander verrühren und dann auf dem teil verteilen. 

dann die tomaten ins bett bringen. entweder fein säuberlich immer im ring herum einbetten oder wahllos einen platz wählen, der noch nicht belegt ist. phantasie ausleben. 
nochmal drüber pfeffern und kräuter darauf fallen lassen. 
in den ofen bei 25- 35 min. 
wenn die käsecreme einen ganz leichten gebräunten teint bekommt, dann ist die tarte fertig und die tomaten sind eingeschlafen.

erst wenn die stücke geschnitten sind und die tarte im mund verschwunden ist, dann wachen die tomaten auf und zeigen ihr ganzes aroma.


no 318

worte wählen und aussprechen.
nicht leicht. manchmal.
viel und üppig und überströmend. oftmals.

wortkarg sein oder
wortreich ausführen.

sprechen ist das eine.
aufschreiben das andere.
notiert ist so
so
bestimmt.
definitiv.
so gültig.

wird das geschriebene wort
sorgfältiger ausgewählt?

no 317

unendliche weiten.
ja ich weiss, das ist der eingangssatz von "raumschiff enterprise".
und diese worte bringen deine phantasie zum bersten.
unendlich.weiten.

beides so unvorstellbar und dennoch kann jeder
diese raum ausfüllen mit phantasien und träumen und
plänen und ich-möchte-so-gerne.

das hier ist
mein liebesbrief
an die unendlichen weiten.
ausschweifend und
kantig.
sehr nah und auch sehr fern.



Freitag, 17. Oktober 2014

no 316

vielfalt.
alles im leben macht spass, wenn es nicht
immer und immer das gleiche ist, das man tut oder
das man isst.
der alltag bietet an sich schon - so auch das wort : alltag -
nämlich alle tage, ständig wiederholungen und gleiche
abläufe. routine eben.

daher ist es so spannend und lebendig,
immer wieder mal auszubrechen daraus.
morgens mal was ganz anderes frühstücken oder am
wochenende / freien tag zum frühstücken auswärts zu gehen.

nachmittags mal frei machen (das kann man ! ) und eine ausstellung /
eine sauna/ ein thermabad besuchen.

vielfalt eben. leben.
genau wie linien.
es gibt so viele varianten davon.
für mich immer wieder eine entdeckung.
unglaublicher variantenreichtum.


Mittwoch, 15. Oktober 2014

no 315

jeden tag geht der vorhang auf.
für mich. und für die anderen.
ist jeder nicht jeden tag anders?
ausgeschlafen?
genervt durch den wecker?
gefrustet beim gedanken an die arbeit?
oder voller tatendrang! - ran ans werk!
augen auf. power on.

und jeden abend geht der vorhang wieder zu.
bewusst sollte man sich dessen sein,
denn ein tag weniger
wird er sich je wieder öffnen.



no 314

göttlich. immer wieder - göttlich.
und dann noch die
stimme. die stimme.
und die texte. ach beides zusammen.
was rede ich nur: es ist der ganze typ
das orchester desselben.
eine ode an die worte und
reime. an refrains.
..........
wie der mit dem kuss. dem küssen, das alleine nicht geht.

max raabe.


Dienstag, 14. Oktober 2014

no 313

frühmorgens.
es herrscht diffuses licht und noch diffuserer nebel, der um dich herumwabbert, wenn du draussen bist.
irgendwie nebulös. wenn das aussenherum so ist, dann soll dein inneres sich-im-klaren sein.
über das gleichgewicht. die balance.
über das ausgeglichensein. das so wichtig ist für dich und die anderen.